Innere Erkrankungen

 

 

Going-Light-Syndrom

Der Vogel frisst sehr viel, magert jedoch gleichzeitig ab. Hervorgerufen durch so genannte Mega-Bakterien, die zur Auflösung der Magenschleimhaut und zu inneren Blutungen führen. Sofort zum Tierarzt!

Aspergillose

Altes Futter kann Pilzsporen enthalten, die sich im Rachen, in den Atemwegen und Kropfschleimhäuten festsetzen und dann wuchern. Auch verschimmeltes Obst oder Wasser kann die Ursache sein. Deshalb immer auf Sauberkeit achten. Eine Heilung ist oft nicht mehr möglich, der Vogel erstickt regelrecht.

Candidiasis

Ursache ist ein Hefepilz. Im Rachen, in der Speiseröhre und im Kropf bilden sich gelblich-käsige Beläge und Auswurf. Das Kopfgefieder wird durch den Schleim verschmiert. Trägheit, Abmagerung, Appetitlosigkeit, Erbrechen und grünlicher Durchfall sind Symptome. Der Tierarzt verabreicht Clotrimazol, Ketoconazol, Miconazol oder Nystadin sowie die Vitamine B und K. Auf keinen Fall darf Ihr Vogel Antibiotika bekommen, denn eine stark dosierte und lange Therapie mit diesen Substanzen kann unter Umständen eine der möglichen Ursachen der Erkrankung sein.

Erkältung

Zugluft ist auch für Vögel schlecht. Der Vogel sitzt permanent aufgeplustert, die Atmung klingt rasselnd, und es kann sogar Schleim aus der Nase laufen. Ist der Vogel leicht erkältet, können eine Bestrahlung mit Rotlicht, Kamillentee zum Trinken und Vitaminpräparate helfen. Bei starker Erkältung zum Tierarzt, denn es besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.

Knochenbrüche

Falls der Vogel irgendwo hängen bleibt, kann es passieren, dass er sich so heftig zu ?befreien? versucht, dass ein Knochen bricht. In diesem Fall unbedingt zum Tierarzt, denn das gebrochene Teil muss geschient werden. Falls die Stelle nicht optimal zusammenwächst, lernt der "behinderte" Vogel durchaus, mit diesem Handicap zurechtzukommen.

Kokzidiose

Kokzidien sind Parasiten in der Darmschleimhaut. Symptome: Durchfall, Abmagerung, Darmbluten und Teilnahmslosigkeit. Besonders geschwächte Tiere und Jungvögel sind anfällig und können Fieber und Krämpfe bekommen. Sofort zum Tierarzt, der Sulfonamide verabreichen wird. Ansonsten kann der Vogel innerhalb weniger Tage sterben.

Kropfentzündung

Es gibt zahlreiche Ursachen für eine Entzündung des Kropfes. Dazu gehören z.B. giftige Pflanzen und fauliges Futter. Bakterien vermehren sich rapide in der geschädigten Kropfmuskulatur, der Vogel sondert Schleim ab (zäh, übel riechend), der Kropf wirkt wie aufgebläht. Sofort zum Tierarzt, weil der Vogel nicht frisst und sonst stirbt! Der Tierarzt entleert den Kropf und verabreicht eine 0,1 % Salzsäurelösung (ein paar Tropfen, die Sie dreimal täglich geben müssen, zusätzlich ein Antibiotikum. Der Vogel wird zunächst mit gekochtem Reis und gekochter Hirse ernährt (schön pampig kochen, bis es richtig weich ist). Im Laufe der weiteren Behandlung kann dann auf normales Futter umgestellt werden.

Legenot

Legenot kommt insbesondere bei jungen Weibchen vor. Der Vogel versucht das Ei auszupressen und sitzt aufgeplustert da. Oder es liegt eine Verkrampfung der Kloakenmuskulatur durch Stress ö.ä. vor. Die beste Methode ist, den Vogel mit einem Infrarotstrahler zu wärmen, so dass sich die Muskulatur dehnt und das Ei kommt. Man kann den Vogel aber auch in ein warmes Handtuch hüllen (bis auf den Kopf).

Newcastle-Krankheit

Dabei handelt es sich um eine üble Viruserkrankung hervorgerufen durch rohe Hühnereischalen. Deshalb nur Schalen geben, die mindestens zehn Minuten bei 100 °C im Backofen erhitzt wurden! Es gibt einen Impfstoff vom Tierarzt (sog. NC-Vaccine), aber keine Heilung. Symptome sind: Fieber, Appetitlosigkeit, Atemnot, Pupillenerweiterung, Bindehautentzündung, wässriger Durchfall und Gleichgewichtsstörungen. Schließlich Lähmungen, Krämpfe und letztlich der Tod.

Psittakose (Papageienkrankheit)

Meldepflichtige Erkrankung! Sofort zum Tierarzt!
Bitte unbedingt beachten: Der Erreger ist auch für den Menschen gefährlich! Häufige Ursache sind unsaubere Haltungsbedingungen. Die Vögel stecken sich gegenseitig an, müssen in Quarantäne (Symptome sind ähnlich der von Grippe oder Lungenentzündung). Staub und Kot können die Krankheit übertragen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotikum.

Salmonellose

Rohe Hühnereischalen, Kot anderer Vögel und verschmutztes Futter können Ursache für Salmonellen sein. Wenn dann noch feuchtwarmes Klima herrscht und die Vögel eng in Volieren gehalten werden, verbreiten sich die Salmonellen sehr schnell. Auch unsauberes Wasser kann eine Ursache sein, deshalb unbedingt täglich erneuern. Häufig haben die Vögel Durchfall mit Blut, Atembeschwerden und Krämpfe. Der Tierarzt muss sofort mit Antibiotika und Sulfonamiden behandeln.

Trichomoniasis

Wird durch einen Einzeller hervorgerufen. Der Vogel hat gelbliche Beläge im Rachen und leidet unter Atemnot. Der Tierarzt verabreicht Ipronidazol, Kardinazol, Metronidazol oder Ronidazol. Das Medikament wird etwa eine Woche lang über das Trinkwasser gegeben.

Fettgeschwülste

Treten durch falsche Ernährung auf, zuviel oder zu fettes Futter und Bewegungsmangel. Erste Maßnahme ist daher eine Diät. Bösartige Wucherungen können chirurgisch entfernt werden.

Weitere Erkrankungen

Gicht, Nieren- oder Hodentumore treten bei Wellensittichen meist ab dem zweiten Lebensjahr auf. Eine Behandlung ist oft nicht möglich, so dass es für den Vogel oftmals besser ist, ihn einschläfern zu lassen, damit er keine unnötigen Qualen erleidet.