Keim- und Quellfutter


Keimfutter oder Quellfutter ist eine gute Sache für unsere Vögel. Gekeimte Körner sind eine wichtige Ergänzung zum normalen Körnerfutter. Die weichen vorgekeimten Körner sind leicht verdaulich und der Keim enthält viele Vitamine. Leider ist auch die Gefahr der Verpilzung sehr stark, so dass sehr auf die Sauberkeit und die schnelle Verderblichkeit geachtet werden muss, damit es nicht sauer oder schimmlig wird. Keimfutter soll daher auf jeden Fall nicht länger als einen halben Tag im Napf bleiben, da sich im feuchten Medium sehr schnell Pilze und Bakterien ansammeln können. Ich verwende Keimschalen, die ich täglich zweimal frisch wässere. Je nach dem, wie ich das Futter reichen will, dauert es zwischen 24 Stunden und drei Tagen, bis meine Vögel die Körner bekommen. Zur Keimfutterherstellung eignet sich eigentlich jedes Futter, spezielles Keimfutter besteht jedoch aus einer Körnermischung, die viele besonders schnell und leicht keimende Samen enthält. Hinweis: Fertiges Keimfutter ist mit Konservierungsstoffen versetzt und deshalb nicht zu empfehlen.

Herstellung von Keimfutter
Die Körner in ein Sieb geben und unter fließendem Wasser gut durchspülen. Sechs bis acht Stunden bei Zimmertemperatur einweichen. Hierbei müssen die Körner vollständig mit Wasser bedeckt sein, zwischendurch spülen und Wasser erneuern. Nach dem Einweichen spült man die Körner unter kaltem fließendem Wasser durch, nun verteilt man sie im Sieb so, dass sie nicht aufeinander liegen und deckt das Ganze ab, z.B. mit einem Stück Gaze (Fliegennetz, Nylonstrumpf o.ä.) und einem Gummiband zur Befestigung. Das Ganze darf nicht luftdicht abgedeckt sein, die Schüssel darf kein Wasser mehr enthalten und die Körner müssen Licht haben, aber kein direktes Sonnenlicht (ein Keimsilo erleichtert die Arbeit). Täglich zweimal die Samen durchzuspülen (bitte nicht vergessen!). Nach etwa 8 Stunden brechen die ersten Keimlinge durch und in diesem Stadium kann man das Keimfutter bereits verfüttern. Vor dem Verfüttern werden die Körner noch einmal im Sieb gründlich durchgespült, erst heiß und dann kalt, anschließend werden sie abgetropft. Futter auf ein paar Lagen Küchenrolle ausbreiten, trocken tupfen und sofort anbieten.

Bitte beachten:
Die Samen sollten Sie nicht länger als 1 cm keimen lassen, denn wenn der Keim lang und grün wird, kann er Bitterstoffe entwickeln und ist dann nicht mehr so bekömmlich. Das Keimfutter muss innerhalb weniger Stunden von den Tieren verzehrt werden. Reste bitte entfernen und nicht aufbewahren. Vor dem Verfüttern von Keimfutter sollten Sie immer die Augen- und Nasenprobe machen: Wenn die Keime sauer riechen oder verschimmelt sind, bitte sofort wegwerfen!

Quellfutter
Eine andere Möglichkeit ist, das Keimfutter als so genanntes Quellfutter zu anzubieten. Dazu die Körner einweichen und nach dem Einweichvorgang spülen, abtropfen und verfüttern. Alle Keimgeräte müssen vor der Wiederverwendung sorgfältig gereinigt werden. Wer sein Keimfutter zu lange keimen lässt, kann es auch einpflanzen und als zusätzliches Grünfutter anbieten.