Kaufberatung


Gesundheits-Checkliste

  • Das Gefieder eines gesunden Vogels ist vollständig, glatt und glänzend. Es sollte keine kahlen Stellen aufweisen, nicht zerrupft und gesträubt oder über längere Zeit aufgeplustert sein.
  • Die Augen sind ganz offen, dürfen nicht tränen und verklebt sein.
  • Die Krallen und Zehen müssen vollständig sein, da das Klettern zu den Grundbedürfnissen von Papageien gehört.
  • Der Schnabel darf keine Risse und ausgebrochenen Stellen aufweisen und nicht verfärbt sein.
  • Die Nasenlöcher dürfen keine Verkrustungen aufweisen oder verklebt sein.
  • Werden die Flügel nicht normal gehalten, sondern hängen oder stehen ab, könnten sie gebrochen oder falsch angewachsen sein.
  • Die Aftergegend muss sauber sein, Ausscheidungen dürfen nicht dünn und flüssig sein.
  • Gesunde Papageien bewegen sich lebhaft, sitzen nicht teilnahmslos in einer Ecke des Vogelheimes und zeigen eine natürliche Scheu.
  • Ganz wichtig: Bevor man sich einen Papagei anschafft, sollte man bedenken, dass dieser rund 80 Jahre alt werden kann und man somit einen Partner fürs Leben zu sich holen wird.


Neu gekaufte Vögel befinden sich in einem Stresszustand und sollten sich erst einmal an ihre neue Umgebung gewöhnen (einige Wochen) und mit bekanntem Futter gefüttert werden. Anschließend kann die Umgewöhnung erfolgen. 

 

Hinweise zu den unterschiedlichen Gattungen


Graupapageien

Diese Vögel sind hochintelligent und sehr sprachbegabt. Handzahme Papageien werden sehr personenbezogen und attackieren dann Fremde oder andere Familienmitglieder. Graupapageien im allgemeinen neigen jedoch sehr häufig zum psychisch- bedingten Federrupfen. Außerdem reagieren sie sehr empfindlich auf schnelle Bewegungen und plötzlich auftretenden Lärm. Graupapageien können in relativ kleinen Käfigen gezüchtet werden, wobei schattige Areale in der Voliere von Vorteil sind. 

Amazonen
Diese Papageien neigen sehr leicht zur Verfettung. Es sollte ihnen daher fettarmes Futter und möglichst große Flugvolieren (größer als 3 Meter sind ideal) angeboten werden. Psychisch bedingtes Federrupfen findet man bei diesen Vögeln sehr selten. Handzahme Tiere sind oft noch stärker personenbezogen als Graupapageien. Die Sprachbegabung ist ähnlich gut als bei Graupagageien ausgeprägt, jedoch mit einer wesentlich stärkeren Gesichtsmimik (Pupillenbewegung).

 

Große Aras
Sie sind sehr personenbezogen und benötigen eine Mindestgröße ihrer Voliere von 2 x 2 x 2 Meter. Aras verhalten sich während der Zuchtzeit sehr aggressiv gegenüber Menschen. Diese Papageien sind sehr laut und wenig sprachbegabt. 

 

Weiße Kakadus
Handzahme Tiere sind sehr liebesbedürftig und nehmen daher sehr viel Zeit in Anspruch. Kakadus sind nicht personenbezogen und verhalten sich leider sehr oft destruktiv gegenüber Wohnungsgegen-ständen. Bei der Zucht kommt es sehr oft zu übermäßiger Aggressivität des männlichen Tieres gegenüber dem weiblichen. Das kann zu schweren Verletzungen, eventuell mit Todesfolge, führen. Abhilfe: Ausreichend große Volieren, Kürzen der Flugfedern beim männlichen Kakadu, zwei Eingänge beim Nistkobel. 

Edelpapageien
Sehr schöne Vögel, die allerdings sehr laut sein können. Die männlichen Tiere unterscheiden sich von den weiblichen durch eine unterschiedliche Färbung. Die Fütterung sollte überwiegend aus Obst und Gemüse bestehen. Edelpapageien neigen zu Federrupfen und zu Unfruchtbarkeit. Männliche Tiere verhalten sich oft aggressiv gegenüber weiblichen. 


Nachzuchten statt Wildfänge, Paar- und Gruppenhaltung vor Einzelhaltung


In den letzten etwa zehn Jahren ist es engagierten privaten Haltern gelungen, zahlreiche Papageienarten nachzuzüchten. Durch die Technik der Handaufzucht werden auch völlig zahme Tiere angeboten, die sich hervorragend als Haustiere eignen. Da einzeln gehaltene Papageien sehr viel Zeit des Besitzers in Anspruch nehmen, ist die paarweise bzw. Gruppenhaltung vorzuziehen. Solche der Natur entnommene Tiere sollten nur paarweise oder in Gruppen ausschließlich für die Zucht gehalten werden. Der Verkauf von Wildfängen zur Einzelhaltung ist durch nichts zu rechtfertigen. Wildfänge werden nach der Einfuhr mit einem nachträglich angebrachten verbolzten Ring gekennzeichnet. 

Unterbringung


Eine tiergerechte Haltung ist nur dann gegeben, wenn die Vögel die Möglichkeit haben, in ihrer Unterbringung zu fliegen (Käfig, Voliere). Kleinere Käfige sind nur dann akzeptabel, wenn sie ausschließlich als Fress- oder Schlafplätze dienen. Tagsüber sollten die Vögel die Möglichkeit haben, sich überwiegend außerhalb des Käfigs aufzuhalten. Freiflug in der Wohnung ist nur bei Beaufsichtigung erlaubt. Während der Abwesenheit des Besitzers sollte aber grundsätzlich immer darauf geachtet werden, dass sich die Vögel innerhalb des Käfigs befinden, denn unbeaufsichtigte Papageien, die sich frei in der Wohnung bewegen, bringen sich selbst und auch die Einrichtungsgegenstände in Gefahr. Das kann nicht nur fatale Folgen für die Möbel, sondern vor allem auch für die Gesundheit des Vogels haben. In jedem Haushalt gibt es Dinge die direkt oder indirekt gefährlich sein können wie Spiegel, Fenster, Wände, Zimmerpflanzen, elektrische Kabel und bleihaltige Gegenstände. Vögel auf freien Sitzstangen können durch plötzlichen Lärm oder starke Erschütterung erschreckt werden.  Papageien tolerieren Temperaturen bis zu 0 °C ohne Probleme, sofern sie langsam daran gewöhnt werden. Bei Minusgraden kann es leicht zu Erfrierungen der Zehen kommen. Das passiert dann am leichtesten, wenn die Sitzgelegenheiten mit Schnee oder Eis bedeckt sind. Die optimale Temperatur beträgt bei den meisten Arten zwischen 15 °C und 25 °C. Entgegen der allgemeinen Ansicht ist ein geringer Luftzug für Papageien nicht schädlich. Das Federkleid sorgt für eine hervorragende Isolation, die dem Vogel auch bei extremsten Temperaturschwankungen Schutz bietet. Käfige und Sitzstangen sollten jedoch nicht in der Nähe oder neben Klimaanlagen, Heizung und Ventilatoren gestellt werden. Um Wärmeverlust vorzubeugen, müssen kranke Vögel von zugigen Umgebungen entfernt werden. Wegen der enormen Isolierkapazität der Federn ist es nicht notwendig den Käfig abzudecken. Das Zudecken des Käfigs gewährt jedoch dem Vogel (oder Ihnen) regelmäßige Ruheperioden. Der Vogel bleibt beispielsweise am Morgen länger ruhig. Es spricht nichts gegen das Abdecken des Käfigs, wenn das Tier dadurch nicht in Panik gerät. 

Futter


Um Papageien bei guter Gesundheit zu erhalten, müssen sie so wie der Mensch die wichtigsten Nährstoffe (Eiweiß, Kohlehydrate, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und Wasser) in einem ausgewogenem Verhältnis zu sich nehmen. Frisches Trinkwasser muss mindestens einmal täglich verabreicht werden. Leider sind die exakten Werte für die unzähligen verschiedenen Vogelarten noch nicht genau erforscht. Im Verkauf erhältliche Vogelnahrung die als "vollständig" und "ausgeglichen" angepriesen wird, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Immer wieder werden Mischungen aus Sämereien als vollständiges Futter angepriesen. Papageien sind oft sehr heikel und ernähren sich, wenn sie die Wahl haben, fast nur aus fettreichen Samen (Sonnenblumen, Erdnüsse, Hanf). Eine solche extrem einseitige Ernährung bewirkt, dass Papageien nach mehr oder weniger langer Zeit erkranken und verenden. Grundsätzlich sollte die Ernährung von Graupapageien möglichst vielfältig und abwechslungsreich sein. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass Graupapageien jenes Futter aufnehmen, welches sie benötigen, um sich optimal zu ernähren. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist die zusätzliche Gabe von Vitaminen nicht notwendig. Die Vögel brauchen zum Vitamin D3-Aufbau ungefiltertes Tageslicht. Bei der Fütterung mit Komplettfutter dürfen keine Vitamine gegeben werden, da dieses Futter bereits mit Vitaminen angereichert ist.